19.05.2012
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BEN`S BLOG

Hier erfährt ihr was bei mir so abgeht, was mich bewegt und was ich so Neues, Interessantes, Lustiges oder Kurioses aufgeschnappt oder im World Wide Web gefunden.

Viel Spass beim Lesen.

Ben Trischli 17.2.06



den

09.

Dezember

1 Jahr Jubiläum

Ziemlich genau vor einem Jahr betrat ich Voll gepackt mit vielen Koffern, Ideen, Energie und Power die Insel Hispanola....

Ja und was ist daraus bzw. aus mir und meinen Ideen und Zielen geworden....

Nun wie einige meiner Homepagebesucher bemerkten bzw. kritisierten, war auf Ben's Blog gähnende Leere. Richtig, aber warum? War es vielleicht, das ich keine Zeit (eine viel verwendete Ausrede) oder keine Lust hatte? Früher war es so, dass ich mehr Spass bzw. mehr Zeit hatte, am Computer zu sitzen und hatte die Möglichkeit auch hin und wieder ein paar Texte während meinen Nachtdiensten auf die Homepage zu setzen. Jetzt hier in der Dom Rep habe ich einen 24/7 Job, dass heisst, keine geregelten Arbeitszeiten. 7 Tage die Woche und 24 Stunden verfügbar sein, ohne Freitag, Ferien, Krankheitstag, dass kann schon Belastenden sein. Da fehlt mir dann etwas die Lust, mich vor den Computer zu setzen und im, zum Teil 30 Grad aufgeheizten Office, mit Moskito gut besetzt, Texte in der Homepage einzusetzen. Ich hoffe Ihr, liebe Leser versteht dies.

Die Arbeit als Hotelmanager in der Karibik hatte ich mir schon einfacher vorgestellt und ich denke auch zurück, wie schön, einfacher und locker meine Arbeit in der Schweiz war. Eine grösstenteils geregelte 42 Stundenwoche, wo ich wusste, dass am 25 eines jeden Monats ein schönes Sümmchen Lohn auf meinem Konto war. Als sogenannter Selbständiger Hotelboss in der Karibik, muss ich schauen, dass für mich etwas übrig bleibt, denn es gibt Monate in der Nebensaison, da sind die Ausgaben bei weitem Höher, als die Einnahmen. Meine Hotelmiete habe ich im Januar für ein Jahr bezahlt und nächsten Januar 2011 wird wieder eine Jahresmiete fällig und davon fehlt mir leider noch einiges an Kohle. Manchmal komme ich mir hier vor, wie die Maler der Golden Gate Bridge in San Francisco, denn wenn diese an einem Ende mit Malen fertig sind, können sie bereits wieder am anderen Ende Anfangen. Hier im Hotel ist es genau gleich. Es gibt kaum ein Tage, wo man sich ausruhen kann. Denn da funktioniert ein Wasserhahn nicht, dort eine Steckdose, da hat der Inversor (Stromwandler) ein defekt, dort ein Gast ein Problem, hier fehlt Toilettenpapier, da sucht einer Arbeit, dann ist der Hauswart krank, da will ein Gast in der Nacht noch Geldwechseln oder an den Safe, dann Nachts um 3 Uhr geht eine grosse Wasserleitung kaputt und wie ein grosser Wasserfall plätschert es vom Dach runter. Dann geht eine Toilettenspülung nicht, eine Lampe ist kaputt, der Fernseher oder Receiver haben Problem, der Zimmerschlüssel verloren, Streit zwischen Gast und Begleitung, die Musik zu laut, das Wasser zu kalt ja und so weiter und sofort. Klar muss ich nicht alles selber Regeln, doch vieles organisieren, denn viele Gäste reden wenig bis gar nicht Spanisch und so kommen sie mit den Anliegen zu mir. Mein Problem ist jetzt,  wo finde ich einen guten, verlässlichen Spengler, wo ein fachlich kompetenten Elektriker, ob es jetzt ein Einheimischer oder auch ein Resident ist, bei beiden gibt es viele Schwarze Schafe. Denn viele wollen nicht unbedingt meine Probleme lösen, sondern eher ihr eigenes und das ist das grosse Loch in ihrer Geldbörse. Ja ich kann sagen, die Arbeit geht nicht aus, doch klar es bleibt auch mal Zeit mit meinen Gästen ein zwei Bier oder Cuba Libre auf meiner Terrasse zu trinken und über Gott und die Welt zu diskutieren. Zwischendurch muss ich mir diese Auszeit einfach nehmen um auch meine Batterien wieder zu laden.

Zum Guten Schluss kann ich sagen, das erste Jahr hier auf der Insel war eine harte, Erfahrungsreiche, abwechslungsreiche und zum Teil Energieraubende Zeit. Den Stress hat mich auch ein paar Kilos gekostet, also Ideale Abmagerungskur. Wenn mich heute jemand fragt, ob ich nochmals den gleichen Schritt gehen würde, wie vor einem Jahr, dann könnte ich diese Frage nicht mit Ja und auch nicht mit Nein beantworten. Doch wie ich immer sage, wo es Sonne hat, hat es Schatten, es gibt hier nicht nur Gutes und auch nicht nur Schlechtes. Wenn die Sonne mir entgegen lächelt und ich in kurzen Hosen mit Tshirt ihre Energie tanke und mir vorstelle, dass meine Freunde in der Schweiz sich bei Minustemperaturen den A... ab frieren, bekomme ich schon wieder mehr Power für alles hier. Und ja, das verrückte erste Jahr ist durch, so mache ich den Schritt in das hoffentlich etwas einfachere 2. Jahr.

 

den

12.

März

ja ich lebe noch...

Schon knapp fünf Monate bin ich also fern von der Heimat und melde mich nun hier in meinem Blog endlich wieder mal zu Wort. Ja ich lebe noch und ja ich bin Gesund. Das Hotel durfte ich nach langen zähen Verhandlungen und nach einige Federn wo ich lassen musste am 5. Januar übernehmen. Ich wusste, dass dann einiges auf mich zu kommen wird, doch es war schon einiges mehr als erwartet. Einige Nerven kostete das für mich und es war zum Teil ein Sprung in das kalte Wasser, obwohl ich eigentlich dachte ich habe mich sehr gut vorbereite, aber es kommt öfter anderst als man denkt. Also ich musste eine neue Putzfrau suchen, was ich auch einigermassen schnell fand und der "alte" Putzfrau musste mein Vorgänger die Ablösung bezahlen, denn hier bekommt ein Arbeiter, wenn er drei Monate und mehr für den selben Arbeitgeber arbeitet, eine Abfindung. Dann war da der Hauswart, welcher ich von meinem Vorgänger übernommen hatte, da machte er abends ein Motorradunfall und hat sich dabei das rechte Handgelenk gebrochen und einige weitere Schrammen. Ich habe ihm dann finanziell etwas unter die Arme gegriffen für die Spital kosten und ihn auch in ein öffentliches und weit aus billigeres Spital gefahren. Ja nach ein paar Tagen später hat der Nachtwächter das Handtuch hingeworfen, als ich ihn darauf hingewiesen habe, dass er sein Geld nicht im Schlaf verdienen kann. So musste ich auch da auf die Suche nach einem geeigneten "Watchy" machen. Ja habe auch da einen guten Treffer gemacht und einen guten Mann gefunden, der die Arbeit bis jetzt zur vollen Zufriedenheit macht. Dies waren für mich schon Probleme genug für den Anfang und hoffte, dass ich etwas Ruhe bekomme, denn da der Hauswart ausgefallen war, musste ich neben anderem auch noch diese Arbeiten übernehmen. Ebenfalls waren diverse Investitionen auf mich zu gekommen. Wie die, leider wichtige, Vergitterung meines Hauses, ja muss sein. So lebe ich halt jetzt in einem kleinen Gefängnis, obwohl so klein ist es nicht, hat doch mehr Zimmer als meine 4 1/2 Zimmer Wohnung in der Schweiz. Jedoch war darin auch einiges zu machen, wie Warmwasser Boiler zu installieren, da ich die ersten Wochen nur kalt duschte und meine Freundin sich Wasser kochte um etwas warm duschen zu können. Im weiteren war darin kein TV, keine Notstromanlage, dass heisst, bei Stromausfall sass ich im Dunkeln. Dafür installierte ich ein Inverser und Batterien, welcher mir in meinem Haus den Strom liefert, wenn er in der Strasse weg ist. Ja und bis heute gibt es in meinem Haus noch einiges zu tun. Doch eins nach dem Anderen.
Am 28. Januar kam dann noch ein Mordfall dazu, welcher mich einige Nerven, Zeit und auch Geld gekostet hat. Ein Apartmentmieter von mir wurde in einer Wohnung, ausserhalb von Sosua, erdrosselt und erschlagen aufgefunden. Die Haitianische Wohnungsinhaberin und ihr Freund, welche den Mord ausführt haben, sind vermutlich bis heute auf der Flucht und vielleicht sogar mit sehr viel Geld. So musste ich mehrmals mit der Polizei und dem Untersuchungsrichter in das Apartment und meine Hauptfunktion dabei war eigentlich, zuüberwachen, dass diese "Staatsangestellten" nichts daraus stehlen. Ja es ist so, denn die Beamten bedienten sich mit Schokolade, Getränke und Weinflasche, welche sich im Kühlschrank befanden. Dies war ein Fall, doch es kam einiges anderes dazu und so habe ich mir hin und wieder überlegt, das ich es doch in der Schweiz zum Teil viel schöner und ruhiger hatte. Hatte meine Arbeitszeiten und immer Ende Monat schön den Lohn auf dem Konto. Hier als Hotel Manager ein fast 24 Stunden Job und dies 7 Tage die Woche für um einiges weniger Lohn. Doch ja, ich gebe nicht so schnell auf, denn trotz allem hat natürlich auch die Karibik seine Vorzüge, die man nicht vergessen darf. Die Sonne und die Temparaturen, doch auch diese können einen manchmal zum Wahnsinn bringen, was man sich als Tourist nicht vorstellen kann. Doch aktuell haben wir seit Tagen mehr als 32 Grad und dies zum Teil auch in der Nacht, da lässt es sich auch in der Nacht kaum Schlafen, da mein Haus mit Flachdach, die Sonne und Hitze nur so aufsaugt und in der Nacht wieder abgibt.
Aktuell sind wir daran den Hotel Eingangshof etwas zu verschönern mit Farbe, Blumen und Pflanzen, was da Karibikfeeling noch mehr verbreitet. Ich habe Gäste hier, welche manchmal auch bei Sonnenschein, einfach nur in der Hotelanlage relaxen und richtig entspannen können, ohne viel zu tun. Dann gibt es solche, die eigentlich nur drei Tage im Hotel buchen um anschliessend etwas herumzureissen und dann die volle Urlaubszeit hier bleiben und am Schluss fast noch den Flug verschieben möchten.
Doch natürlich auch Sosua, meine Wahlheimat, hat Schattenseiten. Der Tourismus geht etwas zurück und die Kriminalität steigt etwas. Aktuell sind hier Bürgermeister Wahlen und wir hoffen, dass der bzw. die Neue Bürgermeisterin auch etwas mehr für den Tourismus und die Sicherheit tut, den Schlussendlich lebt das Land und die Nordküste der Dominikanischen Republik ziemlich stark vom Tourismus. Jedenfalls darf ich sagen, dass die Sicherheit meiner Gäste im Hotel, für mich eines der wichtigsten Punkte sind und so gab es bislang da auch keine Probleme.

So jetzt habe ich viel geschrieben und hoffe in Zukunft wieder regelmässig einmal ein Blogbeitrag zu verwirklichen.

 

den

28.

Dezember

Die Zeit vergeht...
... und mittlerweile bin ich schon drei Wochen fern von meiner früheren Heimat, also hier in der Karibik, wo ich mein neues zu Hause gefunden habe. Nein, ich bereue meinen Schritt bislang noch nicht, obwohl auch manchmal nicht alles so Rund läuft, wie man es gerne hat, aber ich geniesse die Zeit hier. Wenn ich mir vorstelle, dass die Leute in Europa zur Zeit vielleicht sogar am Frieren sind und ich hier jeden Tag mit kurzen Hosen und Tshirt herumlaufen darf, ja manchmal sogar schwitze, vor Hitze. Doch natürlich wo es Sonne hat, da hatte es auch Schatten. Wie zum Beispiel die lieben Moskitos, welche einen einfach nicht in Ruhe lassen wollen. Im Weiteren vergeht die Zeit komischerweise hier auch so schnell, obwohl man alles gelassener und gemächlicher angeht. Genau so verlaufen die Verhandlungen mit der Hotel Übernahme und es ist auch noch nicht sicher ob ich im 2010 dann wirklich auch Hotelmanager bin bzw. sein werde. Aber ja wir werden sehen und drückt mir einfach einmal die Daumen dafür. Auch möchte ich mich bei Allen bedanken, welche mich in der fernen Schweiz nicht ganz vergessen haben und mir auch Wünsche zugestellt haben. Natürlich wünsche ich auch auf diesem Weg nochmals allen einen ganz tollen Rutsch ins 2010. Es würde mich freuen den einen oder anderen einmal hier in der Karibik zu treffen und ihnen meine neue Wahlheimat zu zeigen, damit ihr mit eigenen Augen sehen könnt, wie schön es hier ist. Mehr von mir, wenn nicht in diesem, dann im nächsten Jahr.
 
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